Sind Sie bei wichtigen Begriffen zur Stoffauswahl auf dem aktuellen Stand?
Zur Auswahl des notwendigen und idealen Stoffes für Ihr aktuelles Projekt, sind einige technische und produktbezogene Zahlen, Daten und Fakten wichtig. Dafür sind diverse Begriffe und technischen Zusammenhänge zu beachten, welche für die Wahl des optimalen Textils/Stoffes für Ihre Anwendung und Funktion zu beachten sind.
Dazu finden Sie hier eine Aufstellung der wichtigsten Punkte:
FC - Wert >> Was versteht man darunter
Der FC-Wert = der Abminderungsfaktor und beschreibt die Wirksamkeit des Sonnenschutzes gegen die Sonneneinstrahlung (Glas + Behang) und ist Grundlage für die Berechnung des g-tot Wertes.
Der FC-Wert ist abhängig vom eingesetzten Glas und variiert entsprechend.
Er beschreibt, wie stark ein Sonnenschutzsystem den solaren Wärmeeintrag im Vergleich zur unverschatteten Verglasung reduziert.
Basis ist der Gesamtenergiedurchlassgrad g-tot, also der Anteil der Sonnenenergie, der durch Fenster + Sonnenschutz ins Rauminnere gelangt.
Interpretation:
FC = 1,0 → kein Sonnenschutz vorhanden (alles kommt wie durch Glas).
FC < 1,0 → Sonnenschutz wirkt; je kleiner der Wert, desto besser der Wärmeschutz.
Beispiel: FC = 0,3 bedeutet, dass nur 30 % des Wärmeeintrags im Vergleich zur unverschatteten Verglasung in den Raum gelangen.
Kurz gesagt: Der FC-Wert ist ein Maß für die Wirksamkeit von Sonnenschutzsystemen gegen solare Wärmeeinträge.
Formel: FC = g tot / g gl
g-tot >> Welche Auswirkungen hat dieser?
Der g-tot-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad mit Sonnenschutz) beschreibt, wie viel der auftreffenden Sonnenenergie durch das Zusammenspiel von Verglasung und Sonnenschutz in den Raum gelangt.
Er setzt sich zusammen aus:
direkt durchgelassener Strahlung (Transmission)
sowie der Energie, die im Glas oder Sonnenschutz aufgenommen und später wieder nach innen abgegeben wird
Interpretation:
Je niedriger der g_tot-Wert, desto besser der Wärmeschutz.
Ohne Sonnenschutz ist g-tot = g-gl (der g-Wert der Verglasung).
Mit Sonnenschutz kann g-tot deutlich reduziert werden (z. B. von 0,6 auf 0,15).
Kurz gesagt:
- g-tot zeigt, wie viel der Sonnenenergie tatsächlich ins Rauminnere gelangt – trotz Sonnenschutz.
- Der g_tot-Wert ist der zentrale Maßstab für den sommerlichen Wärmeschutz und zeigt, wie wirksam Glas + Sonnenschutzsystem gemeinsam gegen Überhitzung wirken.
Reflexion >> Wieviel Energie und Wärme bleibt draußen?
Reflexion ist eine der drei zentralen lichttechnischen Größen. Reflexion beschreibt den Anteil des auftreffenden Lichts/Strahlung, der von einer Oberfläche zurückgeworfen wird – also nicht durchgelassen oder absorbiert, sondern nach außen reflektiert wird.
Je höher die Reflexion, desto mehr Sonnenlicht und Wärme werden nach außen zurückgeworfen.
Das hilft, Innenräume kühl zu halten und den Energieeintrag zu reduzieren (z. B. in Bürogebäuden oder Glasfassaden).
Beispiel: Ein Sonnenschutzgewebe mit einer hohen Reflexion von hier 80% (z. B. durch eine metallisierte Rückseite) reflektiert einen großen Teil der Sonnenstrahlung nach außen, bevor sie den Raum aufheizen kann.
Kurz gesagt: Reflexion ist der Anteil des Lichts, der von der Oberfläche eines Sonnenschutzmaterials zurückgeworfen wird. In der Sonnenschutztechnik ist eine hohe Reflexion wichtig, um Hitzeschutz und Energieeffizienz zu verbessern.
Strahlungsreflexion
Strahlungsreflexion bezeichnet den physikalischen Vorgang, bei dem elektromagnetische Strahlung (z. B. Licht, Infrarotstrahlung) beim Auftreffen auf eine Oberfläche nicht aufgenommen oder durchgelassen, sondern zurückgeworfen wird.
In der Sonnenschutztechnik bedeutet das: Sonnenstrahlung trifft auf eine Oberfläche (z. B. ein Rollo oder eine Verglasung). Ein Teil dieser Strahlung wird reflektiert, also zurück in den Raum oder nach außen geworfen – je nach Materialeigenschaft. Ziel ist es meist, Wärme- und Lichtenergie vom Innenraum fernzuhalten.
Kurz gesagt: Strahlungsreflexion ist das Zurückwerfen elektromagnetischer Strahlung (z. B. Sonnenlicht) an einer Oberfläche – ein wichtiger Effekt beim Hitzeschutz durch Sonnenschutzmaterialien.
Lichtreflexion
Lichtreflexion bezeichnet den Vorgang, bei dem Lichtstrahlen auf eine Oberfläche treffen und von dort in eine andere Richtung zurückgeworfen werden – statt in das Material einzudringen oder absorbiert zu werden.
- Die Reflexion hängt von der Oberflächenbeschaffenheit und der Farbe des Materials ab.
- Helle und glatte Oberflächen reflektieren mehr Licht, dunkle oder matte weniger.
- In der Sonnenschutztechnik hilft eine hohe Lichtreflexion, Blendung zu reduzieren und Wärmeeintrag zu verringern.
Kurz gesagt: Lichtreflexion ist das Zurückwerfen von Licht an einer Oberfläche. Sie ist ein wichtiger Faktor für Hitzeschutz, Blendschutz und Energieeffizienz bei Sonnenschutzlösungen.
Transmission >> Wieviel Licht kommt rein?
In der Sonnenschutzbranche (z. B. bei Rollos, Blendschutz- und Sichtschutzgeweben) bezeichnet der Begriff Transmission den Anteil des einfallenden Lichts bzw. der Sonnenstrahlung, der durch das Gewebe hindurchgelassen wird.
Hohe Transmission → viel Licht gelangt nach innen → Räume werden heller, aber auch stärker aufgeheizt.
Niedrige Transmission → wenig Licht dringt durch → bessere Blend- und Hitzeschutzwirkung, Räume werden dunkler.
Oft wird die Transmission in Prozent angegeben und zusammen mit Reflexion (wie viel Licht zurückgeworfen wird) und Absorption (wie viel Licht aufgenommen wird) betrachtet. Diese drei Werte ergeben zusammen immer 100 %.
Im Detail unterscheidet man noch unter:
- UV-Transmission — wie viel UV-Licht einer bestimmten Wellenlänge durch ein Material hindurchdringen kann.
- Strahlungstransmission — Gesamtstrahlung der Sonne (UV + Licht + IR) wird betrachtet
- Lichttransmission — Wie viel Tageslicht noch in den Raum gelangt (hell vs. dunkel)
- Solartransmission — beschreibt den Anteil der Sonnenenergie, der durch ein Material z.B. Glas oder Stoff durchdringt
Kurz gesagt: Transmission ist der „Durchlassgrad“ des Gewebes für Licht und Strahlung.
Absorption >> Wie warm wird das Bauteil (der Stoff)?
In der Sonnenschutzbranche (z. B. bei Rollos oder Sichtschutzgeweben) bedeutet Absorption den Anteil der einfallenden Sonnenstrahlung, der vom Gewebe aufgenommen und in Wärme umgewandelt wird.
Kurz erklärt:
Das Material „schluckt“ einen Teil der Strahlung.
Diese Energie wird in Form von Wärme im Gewebe gespeichert und zum Teil wieder an die Umgebung abgegeben.
Je dunkler oder dichter ein Gewebe, desto höher ist in der Regel die Absorption.
Absorption ist also der „Energieanteil, der im Stoff hängen bleibt“.
Darstellung von 0 – 100 % oder 0 – 1
Verdunkelung - Black-Out - Dimout >>Stoffe auf eine vielseitigste Art und Weise
Immer die richtige Wahl getroffen?
Sonnenschutz, Verdunkelungen, Flächenvorhänge oder andere Arten des Blendschutzes sind zumeist vom Material abhängig. Da die Ansprüche in Bezug auf Verarbeitung und Fertigung immer mehr steigen, muss man auf die Auswahl bzw. die richtige (Weiter-)Verarbeitung der Stoffe großen Wert legen. Welches Material genau ausgewählt wird, hängt von dem Einsatzbereich ab. Hierbei ist es möglich, textile Gewebe wie Acryl, Soltis, Screen, Polyester oder PVC-beschichtetes Material auszuwählen. Bei der Verarbeitung wird danach geschaut, ob Längs- oder Quernähte, ein seitlicher Saum oder weitere Verarbeitungsmethoden aufgegriffen werden. Sollte die Frage aufkommen, ob die Textilien klassisch genäht oder lieber geklebt oder geschweißt werden sollen, lässt sich dies ganz klar beantworten. Das Nähen bleibt hierbei ganz klar an erster Stelle und liefert so die beste Möglichkeit, einzelne Stoffbahnen miteinander zu verbinden und die Abschlüsse entsprechend zu fertigen.
Speziell: Verdunkelungsstoffe
Bei Voll- bzw. Abdunkelungen kommen spezielle Stoffe zum Einsatz, welche zwischen Dimout- und Blackout-Geweben unterschieden werden. Dimout-Stoffe erreichen eine Verdunkelung zu 97-99%, Blackout-Stoffe hingegen eine 100%ige Verdunkelung. Wer auf einen effektiven Sonnenschutz Wert legt, sollte sich diesbezüglich Gedanken machen. Die Einsatzbereiche variieren hierbei, denn ein Einsatz solcher Stoffe kann in Hotelzimmern, Konferenzräumen, Konzertsälen, Schulen oder Universitätsräumen Anwendung finden.
Blackout-Stoffe:
Diese Art von Verdunkelungsstoffen sorgt für einen absoluten Lichtschutz, einerseits im öffentlichen Bereich, jedoch auch im Privaten. Die ziemlich harte Beschichtung sorgt also für eine 100%ige Raumverdunkelung. Unterschiedlichste Oberflächenstrukturen und verschiedenste Webstrukturen sind zwei der vielen Eigenschaften, die dieser Stoff aufweist. Eine zusätzlich reflektierende Schicht sorgt für eine stärkere Reflexion der Sonnenstrahlen, wodurch gleichzeitig der Wärmeeinfall reduziert wird. Ein besseres Raumklima kann durch eine zusätzliche bakteriostatische oder luftreinigende Beschichtung erzielt werden. Auch ein Einsatz in feuchten Räumen ist aufgrund einer schmutz und wasserabweisenden Beschichtung möglich. Die heutzutage immer geforderte Eigenschaft der Schwerentflammbarkeit nach DIN 4102 B1 ist zumeist immer gewährleistet. Weitere Anwendungsbereiche solcher Stoffe sind: private Wohn- oder Schlafzimmer, Terrassen und Wintergärten, Kliniken oder Krankenhäuer, Film- und Bühnenbereich, Kongresszentren oder Tagungsbereiche, Hotels und Gastronomiebetriebe, Messestände oder Bildschirmarbeitsplätze in Büros.
Eigenschaften von Blackout-Stoffen zusammengefasst:
- 100%ige Verdunkelung
- Verschiedenste Ausführungen: Uni, bedruckt, Motive, Ornamente
- Zusätzlich reflektierende Schicht (→ reduziert Wärmeeinfall)
- Zusätzliche Beschichtung zur Luftreinigung
- Zusätzliche schmutz- und wasserabweisende Beschichtung
- Schwerentflammbar nach DIN 4102 B1
Dimout-Stoffe:
Sie haben nur eine rund 97-99%ige Sicherheit bei Verdunkelungen. Diese wird durch eine spezielle 3-lagige Beschichtung erreicht. Das Licht wird genauer gesagt durch eine schwarze, lichtschluckende Mittelschicht weggenommen. Die Rückseite ist zusätzlich in einem dunklen Farbton bedruckt, was den Abdunkelungseffekt noch verstärkt. Diese Stoffarten sind zudem weicher als die verwandten Blackout-Varianten. Man sagt auch, dass Dimout-Stoffe die Lichttransmission (liegt üblicherweise bei 40%) auf lediglich 1% reduziert. Würde man einen Dimout-Stoff doppelt verwenden, wird auch eine 100%ige Abdunkelung wie bei Blackout-Stoffen erreicht. Ein mögliches Double-Face-Design bietet die vielseitige Möglichkeit einer beidseitigen Bedruckung. Diese beiden Varianten sind gleichwertig einsetzbar, also egal ob Vorder- oder Rückseite eingesetzt wird.
Die Auswahl für die Oberfläche allein umfasst zahlreiche verschiedene Dessins. Egal ob Unis (einfarbige Verdunkelungssstoffe), Streifen-Dessins, ornamentale oder florale Dessins. Auch Mustermixe, kindgerechte Motiv-Prints oder andere Akzente stehen zur Auswahl und liefern so effektvolle Wirkungen.
Eigenschaften von Dimout-Stoffen zusammengefasst:
- Sehr hoher Abdunkelungsgrad
- Vielseitig einsetzbar
- Geräuschdämpfend
- Eleganter Fall
- Angenehmer Griff
- Schwerentflammbar nach DIN 4102 B1
- Zahlreiche Standardfarben
- Rückseite separat gestaltbar (Double-Face-Design)
- Unendlich viele weitere Farben
LOW-E >> Wann braucht man so etwas?
LOW-E steht für Low Emissivity – eine spezielle Gewebebeschichtung, die Wärme reflektiert, ohne das sichtbare Licht stark zu reduzieren.
Bedeutung für Sonnenschutz: LOW-E-Gewebe hält die Sonnenwärme draußen oder drinnen, je nach Jahreszeit, und unterstützt somit Rollos bei der Temperaturregulierung.
Durch die Kombination von LOW-E-Glas und Sonnenschutzsystemen mit LOW-E-Gewebe lässt sich Blendung reduzieren, ohne den Lichteinfall komplett zu blockieren.
Effektiv für Energieeinsparung und Wohnkomfort, da Klimaanlagen und Heizungen entlastet werden.
Praxisbeispiel: Im Büro: LOW-E-Glas + Rollo mit LOW-E Gewebe → blendfreies Licht, angenehm temperierter Raum
Im Wohnbereich: LOW-E-Glas + Screens mit LOW-E Gewebe → Sonnenschutz, weniger Hitze im Sommer
LOW-E-Gewebe besitzt eine spezielle Beschichtung, die Wärmestrahlung reflektiert, ohne das Tageslicht zu stark zu dämpfen. In Kombination mit Rollos reduziert es Blendung und Hitze, sorgt für angenehme Raumtemperaturen und spart Energie bei Heizung und Kühlung.
Klassizizierung nach DIN 14501
Die DIN EN 14501 („Jalousien und andere Sonnenschutzvorrichtungen – Wärmetechnische und visuelle Eigenschaften“) ist die zentrale Norm zur Klassifizierung von Sonnenschutzsystemen. Sie bewertet, wie wirksam Rollos, Jalousien oder Gewebe in Bezug auf Wärmeschutz und visuellen Komfort sind.
Es gibt verschiedene Bewertungskriterien, die in Klassen eingeteilt werden (meist 0 = keine Wirkung bis 4 = sehr gute Wirkung):
Sonnenschutz / Gesamtenergiedurchlassgrad (g-tot)
→ Wie stark das System den Wärmeeintrag durch Sonneneinstrahlung reduziert.
Blendschutz
→ Fähigkeit, störendes Blendlicht am Arbeitsplatz oder Bildschirm zu reduzieren.
Lichttransmission (Tv)
→ Wie viel Tageslicht noch in den Raum gelangt (hell vs. dunkel).
Sichtverbindung nach außen
→ Ob trotz Sonnenschutz ein Durchblick möglich ist.
Privatsphäre / Sichtschutz
→ Ob man von außen nach innen schauen kann.
Kurz gesagt: Die DIN EN 14501 teilt Sonnenschutzprodukte in Klassen 0–4 ein, abhängig davon, wie gut sie Wärme, Licht und Sicht steuern. Damit können Hersteller, Planer und Kunden direkt vergleichen, wie leistungsfähig ein bestimmtes Gewebe oder System ist.
